Ein E-Bike ist für Regen gebaut. Die Elektronik ist gegen Spritzwasser geschützt, und keine der üblichen Fahrten bringt sie an ihre Grenze. Was auf Dauer Schaden anrichtet, ist nicht der Regen selbst, sondern die Nässe, die danach bleibt.
Der Unterschied zwischen nass und feucht
Eine nasse Fahrt ist unproblematisch. Problematisch ist ein Rad, das anschliessend nass in einer kalten Garage steht – tagelang, an denselben Kontaktstellen. Korrosion entsteht dort langsam und unauffällig, bis irgendwann eine Steckverbindung Aussetzer hat.
Alles, was folgt, läuft auf diesen einen Punkt hinaus: nach der Fahrt trocknen lassen.
Nach der Regenfahrt
Rahmen, Sattel und besonders den Akkubereich mit einem Tuch abwischen. Wenn der Akku herausnehmbar ist, nehmen Sie ihn mit ins Trockene – damit sind die empfindlichsten Kontakte schon versorgt.
Sehen Sie sich gelegentlich die Steckverbindungen an Motor, Display und Licht an. Grünlicher oder weißlicher Belag ist ein frühes Zeichen und leichter zu beheben als ein Ausfall.
Die Kette nach dem Regen
Regen wascht das Schmiermittel von der Kette und trägt gleichzeitig Schmutz hinein. Eine ungeschmierte Kette rostet innerhalb weniger Tage an und verschleisst dann deutlich schneller.
Nach längeren Regenfahrten also kurz abwischen und nachschmieren. Wer häufig im Nassen fährt, ist mit einem Nassschmiermittel besser bedient – es hält länger, zieht dafür etwas mehr Schmutz an.
Bremsen bei Nässe
Scheibenbremsen arbeiten im Regen deutlich zuverlässiger als Felgenbremsen. Trotzdem verlängert sich der Bremsweg auf nassem Belag spürbar, und die ersten Meter nach dem Anbremsen fallen schwächer aus, bis die Scheibe trocken ist.
Rechnen Sie damit, statt es im Ernstfall zu entdecken – mehr Abstand, früher anbremsen.
Wo das Rad steht
Gedeckt und trocken, wenn irgend möglich. Dauerhafte Feuchtigkeit beschleunigt den Verschleiss an Lagern, Kette und elektrischen Komponenten mehr als jede einzelne Regenfahrt.
Und wenn es drinnen steht: nicht direkt neben der Heizung. Der ständige Wechsel zwischen warm und kalt fördert Kondenswasser.
Was am Saisonanfang zu prüfen ist, steht im Frühjahrscheck.