Federung einstellen: Sag, Druckstufe und Zugstufe

Fahrradrahmen im Detail

Eine Federung, die nie eingestellt wurde, arbeitet fast immer an Ihnen vorbei. Drei Begriffe genügen, um das zu ändern: Sag, Druckstufe, Zugstufe. Die Grundeinstellung dauert zwanzig Minuten und macht mehr Unterschied als die meisten Bauteile, die man dafür kaufen könnte.

Sag: der Ausgangspunkt

Der Sag ist der Anteil des Federwegs, den Ihr Körpergewicht im Stehen bereits nutzt. Er ist die Grundlage für alles Weitere: Ist er falsch, hilft keine Feinabstimmung.

Zu wenig Sag bedeutet, dass die Federung in Senken keine Reserve hat und das Rad den Bodenkontakt verliert. Zu viel Sag heisst, dass sie bei grösseren Schlägen durchschlägt und in Kurven wegsackt.

So messen Sie ihn

Schieben Sie den Gummiring am Standrohr der Gabel beziehungsweise an der Kolbenstange des Dämpfers ganz nach unten. Steigen Sie in voller Fahrmontur auf und nehmen Sie die Grundposition ein – stehend auf den Pedalen, Gewicht wie beim Fahren verteilt. Halten Sie sich dabei an einer Wand fest, ohne sich abzustützen.

Steigen Sie vorsichtig ab, ohne die Federung erneut zu bewegen, und messen Sie, wie weit der Ring gewandert ist. Dieser Wert im Verhältnis zum Gesamtfederweg ist Ihr Sag.

Als Ausgangswerte gelten für die Gabel etwa 15 bis 20 Prozent, für den Dämpfer rund 25 bis 30 Prozent. Massgebend ist aber die Angabe Ihres Herstellers – sie steht in der Anleitung zu Ihrem Modell.

Korrigiert wird über den Luftdruck: mehr Druck bedeutet weniger Sag.

Druckstufe

Die Druckstufe bestimmt, wie stark die Federung dem Einfedern Widerstand entgegensetzt. Zu offen eingestellt, schlägt sie bei harten Schlägen durch und wippt beim Treten. Zu weit geschlossen, wird sie hart und verliert die Feinfühligkeit auf kleinen Unebenheiten.

Zugstufe

Die Zugstufe steuert, wie schnell die Federung nach dem Einfedern zurückkommt. Zu schnell, und das Rad schaukelt sich auf – es fühlt sich unruhig an. Zu langsam, und die Federung kommt bei mehreren Schlägen kurz hintereinander nicht mehr nach; sie verhärtet zunehmend und sitzt am Ende tief im Federweg.

In dieser Reihenfolge vorgehen

Zuerst den Sag setzen. Dann die Zugstufe: von der langsamsten Einstellung ausgehend so weit öffnen, bis das Rad nach einem Schlag ruhig zurückkommt, ohne nachzuwippen. Erst zuletzt die Druckstufe an Ihren Fahrstil anpassen.

Ändern Sie jeweils nur einen Klick und fahren Sie dieselbe kurze Passage mehrfach. Zwei Veränderungen gleichzeitig sagen Ihnen nichts.

Was am E-MTB dazukommt

Ein E-Mountainbike wiegt deutlich mehr als ein unmotorisiertes. Entsprechend braucht die Federung meist mehr Druck für denselben Sag, und die Dämpfung arbeitet stärker. Werte, die Sie von einem früheren Rad kennen, lassen sich nicht übertragen.

Wenn Sie bei Ihrem Modell unsicher sind, fragen Sie uns über die Kontaktseite – mit Modell, Rahmengrösse und Ihrem Fahrgewicht.